M0044 Kundengruppen-VE für Gambio
Handbuch
1. Was dieses Modul leistet
Gambio kennt je Artikel eine Mindestbestellmenge und eine Mengenstaffelung. Die gelten dann für jeden, der den Artikel kauft – vom Endkunden bis zum Großhändler. Genau das ist in der Praxis oft zu wenig.
Unser Modul hängt an diese eine Vorgabe beliebig viele weitere: pro Kundengruppe eigene Mindestbestellmengen und eigene Mengenstaffelungen, pro Artikel. Ein Endkunde kauft ein Stück, Ihr Händler nimmt mindestens den Karton mit zehn und danach in Fünferschritten – beides am selben Artikel, ohne Zweitartikel und ohne Dublette im Katalog.
Was das Modul dabei für Sie übernimmt:
- Es zeigt auf der Artikelseite die Menge an, die für den angemeldeten Kunden gilt.
- Es stellt das Mengenfeld auf diese Menge vor und lässt es in den richtigen Schritten zählen.
- Es weist Mengen ab, die nicht passen – beim Hinzufügen und beim Weg zur Kasse.
- Es hebt einen zu kleinen Warenkorb beim Anmelden automatisch auf die zulässige Menge an.
- Es lässt Sie die Werte für ganze Kategorien in einem Zug setzen oder wieder entfernen.
- Es erweitert den Artikel-Import und -Export um die neuen Mengen.
2. Einrichtung
2.1 Das Setup aufrufen
Das Setup erreichen Sie über das Menü „Xycons-Module“ ► „Kundenkonto / Setups“ und dort über den TAB „Kundengruppen-VE“.
2.2 Die Einstellungen im Einzelnen
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| Modulstatus | Schaltet das Modul insgesamt ein oder aus. Im ausgeschalteten Zustand verhält sich Ihr Shop genau so, als wäre das Modul nicht vorhanden: es gelten wieder ausschließlich die allgemeinen Mengenangaben des Artikels. Die bereits gepflegten Werte bleiben dabei erhalten und wirken sofort wieder, wenn Sie das Modul erneut einschalten. (Vorgabe: ausgeschaltet) |
| Ihre Version | Zeigt die eingebaute Modulversion. Nur zur Information – sie ist die Angabe, die wir im Supportfall von Ihnen brauchen. |
| Lizenzstufe | Zeigt die erkannte Ausbaustufe. Nur zur Information. |
| Ihre Lizenz | Zeigt an, welcher Lizenztyp erkannt wurde, etwa „Voll-Lizenz (unbegrenzt gültig)“. Nur zur Information. |
| Kundengruppe -1 bis -10 | Hier legen Sie fest, welche Kundengruppen eigene Mengen bekommen sollen. Jede ausgewählte Gruppe erscheint anschließend als eigener Eingabeblock in der Artikelbearbeitung. Nicht belegte Zeilen bleiben einfach leer. (Vorgabe: leer) |
2.3 Kundengruppen festlegen
Wählen Sie in den Zeilen „Kundengruppe -1“ und folgenden die Gruppen aus, für die Sie abweichende Mengen führen wollen – typischerweise „Händler“, „Wiederverkäufer“ oder eine eigene Großkundengruppe.
Sie müssen nicht alle zehn Zeilen füllen. Belegen Sie nur so viele, wie Sie tatsächlich brauchen – jede zusätzliche Gruppe bedeutet auch einen zusätzlichen Eingabeblock in jeder Artikelbearbeitung.
3. Mengen am einzelnen Artikel hinterlegen
Oeffnen Sie einen Artikel zur Bearbeitung. Oben im Formular finden Sie den Block „Geänderte Mindestbestellmenge für Kundengruppen“ – mit je zwei Feldern für jede im Setup ausgewählte Gruppe.
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Mindestbestellmenge | Die kleinste Menge, die ein Kunde dieser Gruppe von diesem Artikel bestellen kann. |
| Mengenstaffelung | Die Schrittweite oberhalb der Mindestmenge. Bei einer Mindestmenge von 10 und einer Staffelung von 5 sind 10, 15, 20, 25 … bestellbar, 12 dagegen nicht. |
Lassen Sie ein Feld leer oder tragen Sie 0 ein, gilt für diese Gruppe wieder die allgemeine Angabe des Artikels. Sie müssen also nicht jeden Artikel für jede Gruppe pflegen – nur die Ausnahmen.
4. Mengen für eine ganze Kategorie setzen
Wenn ganze Sortimentsteile dieselben Mengen bekommen sollen, wäre das artikelweise Pflegen mühsam. Oeffnen Sie stattdessen die Kategorie zur Bearbeitung. Unten finden Sie den Block „Kundengruppen-VE“.
Sie haben drei Möglichkeiten:
| Auswahl | Wirkung |
|---|---|
| Daten nicht verändern | Die Voreinstellung. Beim Speichern der Kategorie bleiben alle Mengen unberührt. |
| Alle Einträge entfernen | Löscht die abweichenden Mengen aller betroffenen Artikel. Danach gelten dort wieder die allgemeinen Artikelangaben. |
| Folgende Einstellung setzen | Setzt die darunter eingetragenen Werte bei allen betroffenen Artikeln – bestehende Werte werden dabei ersetzt. |
Über die beiden Schalter in der Kopfzeile bestimmen Sie den Umfang: entweder nur die Artikel in dieser Kategorie oder zusätzlich alle Artikel in allen Unterkategorien. Die Änderung wird ausgeführt, sobald Sie die Kategorie speichern.
5. So wirkt sich das im Shop aus
5.1 Auf der Artikelseite
Derselbe Artikel, zwei Sichtweisen. Ein nicht angemeldeter Besucher sieht die allgemeine Mindestbestellmenge des Artikels:
Ein angemeldeter Händler sieht dagegen die für seine Gruppe hinterlegte Menge – und das Mengenfeld ist bereits darauf vorbelegt:
Auch die Plus- und Minus-Schalter am Mengenfeld zählen in der für die Gruppe hinterlegten Schrittweite. Ihr Kunde kann also in aller Regel gar keine unzulässige Menge erzeugen, ohne sie von Hand einzutippen.
5.2 Im Warenkorb und an der Kasse
Versucht ein Kunde dennoch eine unpassende Menge – von Hand eingetippt, aus einem Merkzettel übernommen oder aus einer älteren Sitzung –, weist der Shop sie mit einer Meldung ab, etwa „Die Mindestbestellmenge von 4 ist nicht erreicht!“ oder „Erlaubt ist nur eine Bestellmenge in 2er Schritten!“.
Besonders nützlich: Legt ein Kunde als Gast Ware in den Warenkorb und meldet sich danach an, werden zu kleine Mengen beim Anmelden automatisch auf die für seine Gruppe gültige Mindestmenge angehoben. Der Kunde landet also nicht in einem Warenkorb, den er gar nicht bestellen kann.
6. Mengen über CSV ein- und auslesen
Bei großen Sortimenten pflegen Sie die Mengen bequemer in einer Tabelle. Das Modul erweitert dafür den Artikel-Im- und -Export Ihres Shops.
6.1 Spalten anlegen
Legen Sie in Ihrer CSV-Konfiguration für jede genutzte Kundengruppe eine Spalte an. Die Nummer entspricht der Zeile im Setup: „Kundengruppe -1“ ist p_vpe_group1, „Kundengruppe -2“ ist p_vpe_group2 und so fort bis p_vpe_group10.
Spaltenname p_vpe_group1
Spalteninhalt {p_vpe_group1}
Spaltenname p_vpe_group2
Spalteninhalt {p_vpe_group2}
Speichern Sie die Konfiguration. Beim Export stehen die abweichenden Mengen nun mit in der Datei, beim Import werden sie wieder eingelesen.
ModuleOrFunctionOrGroupNotActive. Solche Werte werden beim Import stillschweigend übergangen – Sie können die Spalte also gefahrlos mitführen.6.2 Aufbau der Werte
In jeder Gruppenspalte stehen zwei Werte, durch ein senkrechtes Strichsymbol getrennt:
10|5 10 Mindestbestellmenge für diese Gruppe 5 Mengenstaffelung für diese Gruppe
Bestellbar sind damit 10, 15, 20, 25 und so weiter. Geben Sie den zweiten Wert nicht an, wird als Staffelung 1 angenommen.
6.3 Kategorien mitführen
Zusätzlich stellt das Modul die Spalte p_cat_direct bereit. Sie enthält die Kategorien eines Artikels als kommagetrennte Liste und lässt sich ebenso wieder importieren. Das ist praktisch, wenn Sie beim Umsortieren eines Sortiments Mengen und Kategoriezuordnung in einem Arbeitsgang pflegen wollen.
7. Das Mengenfeld im Theme sichtbar machen
Damit Ihre Kunden überhaupt eine Menge eingeben können, muss das Mengenfeld auf der Artikelseite eingeblendet sein. In neueren Gambio-Themes – besonders im Theme „Malibu“ – ist es ab Werk ausgeblendet. Das Modul arbeitet dann zwar korrekt, der Kunde sieht aber kein Eingabefeld.
So blenden Sie es ein:
- Oeffnen Sie den StyleEdit und schalten Sie in den Experten-Modus.
- Wechseln Sie zu Bereiche und wählen Sie unten Produktseite, danach Klassisch.
- Schalten Sie die Option Mengenfeld ausblenden ab.
- Verlassen Sie die Auswahl und speichern Sie die Änderung.
8. Modultexte ändern
Modultexte können Sie – wie bei allen Modulen von uns – über die Shopfunktion „Texte ändern“ im Admin-Bereich an eigene Bedürfnisse anpassen.
Das betrifft zum Beispiel die Beschriftungen „Mindestbestellmenge“ und „Mengenstaffelung“ in der Artikelbearbeitung, die Überschrift des Kategorieblocks oder die Hinweiszeile über den Eingabefeldern. Auch die Meldungen, die Ihr Kunde bei einer unzulässigen Menge sieht, lassen sich dort in Ihrer eigenen Tonlage formulieren.
9. Shopupdate und Modulpflege
Planen Sie ein Servicepack oder ein Masterupdate Ihres Shops, prüfen Sie bitte vorher auf unserer Seite, ob das Modul für die neue Shopversion freigegeben ist.
Aktualisieren Sie beim Shopupdate immer auch das Modul selbst und die Modulumgebung auf die jeweils neueste Fassung – nicht nur den Shop. Ein Modul passt sich einer neuen Shopversion nicht von allein an; wer nur den Shop aktualisiert, sucht den Fehler hinterher an der falschen Stelle.
Lassen Sie die Aktualisierung durch uns durchführen, bringen wir vorhandene Xycons-Module und die Modulumgebung immer mit auf den passenden Stand.
10. Häufige Stolpersteine
Die Eingabefelder erscheinen nicht in der Artikelbearbeitung
Prüfen Sie zuerst, ob der Modulstatus eingeschaltet ist und ob im Setup überhaupt eine Kundengruppe ausgewählt wurde – ohne ausgewählte Gruppe gibt es nichts anzuzeigen. Leeren Sie danach den Text-, den Modul- und den Seiten-Cache.
Der Kunde sieht die allgemeine Menge statt seiner Gruppenmenge
Die abweichenden Mengen gelten nur für angemeldete Kunden. Prüfen Sie außerdem, ob der Kunde wirklich in der Gruppe steht, die Sie im Setup ausgewählt haben.
Kein Mengenfeld auf der Artikelseite
Das ist eine Theme-Einstellung, kein Modulfehler – siehe Kapitel 7.
Nach einer Serienänderung sind Einzelwerte verschwunden
Das ist so gewollt: Eine Serienänderung ersetzt die Werte aller betroffenen Artikel. Setzen Sie die Einzelwerte danach neu, oder spielen Sie die vorher gesicherte Datenbank zurück.
Ein Kunde kommt nicht zur Kasse
In seinem Warenkorb liegt vermutlich eine Menge, die nicht zur Staffelung passt – etwa noch aus einer Zeit vor Ihrer Umstellung. Die Meldung im Warenkorb nennt den Artikel und die zulässige Schrittweite; nach dem Anpassen der Menge geht es weiter.
Eine Kundengruppe steht zweimal im Setup
Dann erscheinen zwei Eingabeblöcke für dieselbe Gruppe, und es ist nicht vorhersehbar, welcher Wert gilt. Entfernen Sie den doppelten Eintrag und pflegen Sie die betroffenen Artikel einmal nach.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Einsatz dieses Moduls!

