M0023 Wunschabholung für Gambio
Handbuch
1. WAS DIESES MODUL LEISTET - UND WARUM
Selbstabholung ist bequem für den Kunden und günstig für Sie - aber sie hat einen Haken: Wenn niemand weiß, wann der Kunde kommt, steht entweder die Ware nicht bereit oder jemand wartet. Aus dieser Unsicherheit entstehen Rückfragen per Telefon und E-Mail, die mehr Zeit kosten als der Versand selbst.
Die Wunschabholung schließt diese Lücke. Der Kunde wählt direkt im Bestellvorgang - im Schritt "Zahlungsweise" - seinen Wunschtermin aus einem Kalender aus und, je nach Einstellung, zusätzlich eine Uhrzeit. Sie bestimmen dabei genau, welche Tage und Zeiten überhaupt zur Auswahl stehen: Ihre Öffnungstage, Ihre Servicezeiten, Ihr nötiger Vorlauf, Ihre Feiertage.
Der gewählte Termin wandert automatisch in die Bestellung und in die Bestellbestätigung. Sie sehen also bei jeder Abholbestellung auf einen Blick, wann der Kunde erscheinen wird - ohne eine einzige Rückfrage.
2. DER ABLAUF AUS KUNDENSICHT
Damit die folgenden Kapitel im Zusammenhang stehen, hier zunächst der rote Faden:
- Der Kunde wählt Selbstabholung als Versandart. Nur dann - und nur bei den von Ihnen freigegebenen Versandarten - erscheint die Terminauswahl überhaupt.
- Im Schritt "Zahlungsweise" sieht er einen Kalender. Tage, an denen Sie nicht können, sind ausgegraut und nicht anklickbar; beim Überfahren erscheint ein kurzer Hinweistext.
- Nach der Datumsauswahl lädt das Modul passend zum gewählten Tag die verfügbaren Uhrzeiten nach - abhängig von der eingestellten Abholvariante.
- Auf der Bestellübersicht wird der gewählte Termin noch einmal deutlich angezeigt, mit einem Stift-Symbol zum Ändern.
- Nach dem Absenden steht der Termin in der Bestellanmerkung und damit in der Bestellbestätigung und in Ihrer Bestellverwaltung.
3. DIE EINRICHTUNG IN FÜNF SCHRITTEN
Für den produktiven Start reichen fünf Angaben. Alles Weitere ist Feinschliff.
- Schritt 1 - Versandart verknüpfen: Tragen Sie unter "Versandart 1" die Versandart ein, bei der die Abholung angeboten werden soll (in der Regel die Selbstabholung). Optional stehen zwei weitere Felder bereit, wenn Sie mehrere Abhol-Versandarten betreiben.
- Schritt 2 - Abholvariante wählen: Nur ein Datum, feste Zeitblöcke oder eine genaue Uhrzeit? Siehe Kapitel 4.
- Schritt 3 - Servicezeiten hinterlegen: Bei der Variante "Flexible Zeiten" sagen Sie dem Modul, zwischen wann und wann abgeholt werden kann und in welchem Takt die Zeiten angeboten werden.
- Schritt 4 - Geschlossene Tage festlegen: Wochentage, an denen Sie zu haben, und Ihre Feiertage (Kapitel 5).
- Schritt 5 - Vorlauf setzen: Wie viele Stunden brauchen Sie mindestens, bis eine Bestellung abholbereit ist? Dieser Wert verhindert zuverlässig Termine, die Sie nicht halten können.
Zum Schluss schalten Sie das Modul im Setup ein. Solange der Modulstatus auf "Ausgeschaltet" steht, verhält sich Ihr Shop exakt so wie ohne das Modul - im Bestellvorgang erscheint nichts.
4. DIE DREI ABHOLVARIANTEN
Die Abholvariante ist die wichtigste Entscheidung, weil sie bestimmt, wie genau der Kunde sich festlegen muss - und wie genau Sie planen können.
4.1 Keine Zeitauswahl - nur ein Datum
Der Kunde wählt ausschließlich einen Tag. Das ist die richtige Wahl, wenn Sie durchgehend geöffnet haben und es Ihnen nur darauf ankommt, die Ware am richtigen Tag bereitliegen zu haben. Für den Kunden ist es die einfachste Variante, weil sie mit einem einzigen Klick erledigt ist.
4.2 Fixe Zeiten - Vormittag oder Nachmittag
Zusätzlich zum Datum wählt der Kunde einen von zwei Zeitblöcken, klassisch Vormittag oder Nachmittag. Wie diese beiden Blöcke heißen, bestimmen Sie selbst über die Modultexte - dort sind die Beschriftungen der beiden Auswahlfelder hinterlegt und lassen sich frei an Ihre Öffnungszeiten anpassen.
Diese Variante ist ein guter Mittelweg: Sie erhalten eine grobe Tageseinteilung, ohne dass sich der Kunde auf die Viertelstunde festlegen muss.
4.3 Flexible Zeiten - Uhrzeit auf die Minute
Die genaueste Variante. Nachdem der Kunde ein Datum gewählt hat, erscheint eine Uhrzeit-Auswahl, die aus Ihren Servicezeiten und dem gewünschten Takt errechnet wird.
Die Servicezeiten geben Sie im Format HH:MM-HH:MM an, mehrere Zeiträume trennen Sie mit einem Semikolon. Ein Beispiel für Vormittags- und Nachmittagsöffnung mit Mittagspause:
09:00-15:00;16:00-18:00
Der Takt ("Zeitintervall in Minuten") bestimmt den Abstand der angebotenen Uhrzeiten. Bei 15 Minuten entstehen 09:00, 09:15, 09:30 und so weiter. Ein kleinerer Takt gibt dem Kunden mehr Freiheit, ein größerer bündelt die Abholungen und hält Ihnen den Rücken frei.
Über die Einstellung "Endzeit ist wählbar" legen Sie fest, ob der letzte Zeitpunkt des Zeitraums noch angeboten wird. Bei Servicezeit 09:00-13:00 und 30-Minuten-Takt ist mit aktivierter Option auch 13:00 wählbar, ohne sie endet die Auswahl bei 12:30.
5. WANN DARF ABGEHOLT WERDEN?
Welche Tage im Kalender anklickbar sind, ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Regeln. Sie greifen alle gleichzeitig - ein Tag ist nur dann wählbar, wenn ihn keine der Regeln sperrt. Sie können also klein anfangen und später verfeinern.
5.1 Geschlossene Wochentage
Unter "Verbotene Wochentage" hinterlegen Sie die Tagesnummern, an denen grundsätzlich keine Abholung möglich ist - semikolongetrennt. Es gilt: Sonntag = 0, Montag = 1, Dienstag = 2, Mittwoch = 3, Donnerstag = 4, Freitag = 5, Samstag = 6. Für ein am Wochenende geschlossenes Geschäft lautet der Eintrag also:
0;6
5.2 Einzelne Sperrtage (Feiertage, Urlaub)
Unter "Zu sperrende Tage" tragen Sie einzelne Kalendertage im Format TT.MM.JJJJ ein, ebenfalls semikolongetrennt. Das ist der richtige Ort für Feiertage, Betriebsferien und Inventurtage:
24.12.2026;25.12.2026;26.12.2026;01.01.2027
Es lohnt sich, diese Liste einmal im Jahr zu pflegen - sie ist der wirksamste Schutz vor Terminen, an denen niemand im Haus ist.
5.3 Karenzzeit - Vorlauf für die Kommissionierung
Die Karenzzeit ist die Zahl der Stunden, die zwischen Bestelleingang und frühestmöglicher Abholung liegen müssen. Bei 24 Stunden kann ein Kunde, der heute um 16:00 Uhr bestellt, frühestens morgen ab 16:00 Uhr abholen.
Diese eine Zahl ist meist die wirkungsvollste Einstellung des ganzen Moduls, weil sie unrealistische Termine verhindert, bevor sie entstehen. Alle Tage, die durch die Karenzzeit noch nicht erreicht sind, werden im Kalender automatisch gesperrt.
5.4 Die Nicht-Heute-Regel
Unabhängig von der Karenzzeit können Sie den heutigen Tag grundsätzlich ausschließen. Das ist praktisch, wenn Sie zwar theoretisch schnell genug wären, spontane Abholungen aber nicht in den Tagesablauf passen.
5.5 Die Tageskarenz-Uhrzeitregel (Cut-Off)
Mit einer Cut-Off-Zeit im Format HH:MM knüpfen Sie den frühesten Termin an die Uhrzeit der Bestellung. Bestellt der Kunde vor dieser Uhrzeit, ist frühestens der nächste Tag wählbar; bestellt er danach, frühestens der übernächste. So bilden Sie einen Annahmeschluss ab, ohne mit der Karenzzeit rechnen zu müssen. Lassen Sie das Feld leer, ist die Regel abgeschaltet.
5.6 Die Wochenendkarenz-Regel
Diese Regel fängt den klassischen Fall ab, dass eine Bestellung kurz vor dem Wochenende nicht mehr bearbeitet wird. Sie hinterlegen einen Regeltag, eine Uhrzeit und den Zieltag im Format T;HH:MM;N:
4;11:59;2
Gelesen heißt das: Wer am Donnerstag (4) nach 11:59 Uhr bestellt, kann frühestens am darauffolgenden Dienstag (2) abholen. Alle dazwischenliegenden Tage werden gesperrt. Die Tagesnummern folgen derselben Zählweise wie bei den verbotenen Wochentagen (Sonntag = 0). Auch diese Regel ist ausgeschaltet, solange das Feld leer bleibt.
6. NUR SO VIELE ABHOLUNGEN WIE MACHBAR: DIE TAGESBEGRENZUNG
Wenn an einem Tag zu viele Abholungen zusammenkommen, wird aus einem Service ein Stau. Mit der Tagesbegrenzung legen Sie fest, wie viele Bestellungen je Kalendertag angenommen werden. Ist die Zahl erreicht, verschwindet dieser Tag für alle weiteren Kunden aus dem Kalender - vollautomatisch, ohne dass Sie eingreifen müssen.
Das Modul zählt dazu die bereits vergebenen Wunschtermine je Tag. Lassen Sie das Feld leer, gibt es keine Begrenzung.
7. PFLICHT ODER FREIWILLIG?
Über die Pflichtregel entscheiden Sie, ob ein Kunde die Abholung ohne Terminwahl abschließen darf.
- Optional: Der Kunde kann einen Termin wählen, muss aber nicht. Wählt er ein Datum, aber keine Uhrzeit (oder umgekehrt), wird er freundlich darauf hingewiesen - halbe Angaben entstehen also nicht.
- Pflicht: Ohne vollständige Terminangabe kommt der Kunde nicht zum Bestellabschluss. Er wird zurück zur Auswahl geführt und erhält einen Hinweis, was noch fehlt.
Die Pflichtvariante ist immer dann sinnvoll, wenn Ihre Planung tatsächlich auf dem Termin aufbaut. Ist die Abholung eher ein Zusatzservice, fahren Sie mit der optionalen Variante freundlicher.
8. WO SIE DEN WUNSCHTERMIN WIEDERFINDEN
Der gewählte Termin ist nach dem Bestellabschluss an mehreren Stellen sichtbar, damit er im Tagesgeschäft nicht untergeht:
- In der Bestellübersicht des Kunden vor dem Absenden - als eigener Abschnitt mit Änderungsmöglichkeit.
- In der Bestellbestätigung per E-Mail, so dass der Kunde seinen Termin schwarz auf weiß hat.
- In der Bestellanmerkung der Bestellung. Damit erscheint der Termin überall dort, wo Sie ohnehin hinsehen: in der Bestellverwaltung, auf Rechnung und Lieferschein, sofern Sie die Anmerkung dort ausgeben.
Der Eintrag enthält die Versandart, das Datum und - je nach Variante - die Uhrzeit oder den gewählten Zeitblock. Bei mehreren Bestellungen am selben Tag sortieren Sie so ganz ohne Zusatzsoftware nach Abholzeit.
9. DAS MODUL-SETUP: ALLE WERTE IM DETAIL
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| Modulstatus | Schaltet die Wunschabholung ein oder aus. Ist das Modul ausgeschaltet, bleibt der Bestellvorgang vollständig unverändert. |
| Ihr Lizenzschlüssel | Der Schlüssel, den Sie mit dem Modul erhalten haben. Ohne gültigen Schlüssel arbeitet das Modul nicht. |
| Verbotene Wochentage | Tagesnummern der grundsätzlich geschlossenen Wochentage, semikolongetrennt (Sonntag = 0 … Samstag = 6). |
| Zu sperrende Tage | Einzelne Kalendertage im Format TT.MM.JJJJ, semikolongetrennt - für Feiertage und Betriebsferien. |
| Nicht-Heute-Regel | Schließt den heutigen Tag grundsätzlich von der Auswahl aus. |
| Abholungsvariante | Keine Zeitauswahl, fixe Zeiten oder flexible Zeiten (siehe Kapitel 4). |
| Abholzeiten | Ihre Servicezeiten für die flexible Variante im Format HH:MM-HH:MM, mehrere Zeiträume mit Semikolon getrennt. |
| Zeitintervall in Minuten | Takt, in dem die Uhrzeiten angeboten werden (z. B. 15 für Viertelstunden). |
| Karenzzeit | Mindestvorlauf in Stunden zwischen Bestellung und frühester Abholung. |
| Tageskarenz-Uhrzeitregel | Annahmeschluss im Format HH:MM. Leer = abgeschaltet (siehe Kapitel 5.5). |
| Wochenendkarenz-Regel | Regel im Format T;HH:MM;N für Bestellungen kurz vor dem Wochenende. Leer = abgeschaltet (siehe Kapitel 5.6). |
| Endzeit ist wählbar | Legt fest, ob der letzte Zeitpunkt eines Servicezeitraums noch angeboten wird. |
| Versandart 1 bis 3 | Die Versandarten, bei denen die Terminauswahl erscheinen soll. Versandart 1 ist üblicherweise die Selbstabholung. |
| Pflichtregel | Bestimmt, ob die Terminwahl verpflichtend oder freiwillig ist (siehe Kapitel 7). |
| Tagesbegrenzung | Höchstzahl der Abholungen je Kalendertag. Leer = keine Begrenzung (siehe Kapitel 6). |
10. HÄUFIGE STOLPERSTEINE
- Im Bestellvorgang erscheint nichts. In den allermeisten Fällen passt die eingetragene Versandart nicht zu der, die der Kunde tatsächlich gewählt hat. Prüfen Sie den Eintrag unter "Versandart 1" und kontrollieren Sie, ob der Modulstatus auf "Eingeschaltet" steht.
- Der Kalender ist komplett gesperrt. Dann greifen mehrere Regeln gleichzeitig. Typisch ist eine sehr hohe Karenzzeit in Verbindung mit vielen verbotenen Wochentagen. Setzen Sie die Karenzzeit testweise herunter und prüfen Sie die Liste der verbotenen Wochentage.
- Nach der Datumswahl erscheint keine Uhrzeit. Für den gewählten Tag ist keine Zeit mehr übrig - meist, weil die Servicezeiten für heute bereits verstrichen sind oder die Karenzzeit hineinreicht. An Stelle der Auswahl erscheint dann ein Hinweistext.
- Die Servicezeiten werden nicht übernommen. Achten Sie auf das exakte Format mit führenden Nullen und Doppelpunkt (09:00, nicht 9.00) sowie auf das Semikolon zwischen mehreren Zeiträumen.
- Ein Tag verschwindet plötzlich aus dem Kalender. Das ist in aller Regel die Tagesbegrenzung: Die eingestellte Höchstzahl an Abholungen für diesen Tag ist erreicht.
- Feiertage werden ignoriert. Die Sperrtage müssen als vollständiges Datum mit vierstelliger Jahreszahl eingetragen werden. Ein Eintrag ohne Jahr wird nicht erkannt, und Sperrtage gelten immer nur für das genannte Jahr.

